Kämpfe im Frühjahr 1945





Nachdem der Krieg schon 5 Jahre dauerte, rollte die Front im Osten zu Beginn des Jahres 1945 in Richtung Oder.


Der Fluss war komplett zugefroren. Auf der westlichen Seite der Oder gab es außer in Frankfurt und Küstrin kein Militär. Die Spitzen der 1. Weißrussischen Front überquerten am 2. Februar 1945 den Fluss, drangen in Reitwein ein und setzen sich unterhalb von Wuhden und Klessin fest. Die Zivilbevölkerung ging erst in den nächsten Tagen auf die Flucht. Deutsches Militär rückte an, Reitwein wurde freigekämpft, fiel aber am 8. Februar endgültig in sowjetische Hand. Nun wurde der Reitweiner Sporn Schritt für Schritt von der 8. Gardearmee in Richtung Süden nach Wuhden hin aufgerollt. Wuhden fiel Ende Februar. Der Druck auf Klessin verstärkte sich von Osten und Norden, inzwischen auch von Süden, woher die Rotarmisten heranrückten. Im gesamten Oderbruch tobten Kämpfe, die aber für die Sowjetarmee innerhalb von 10 Wochen nur wenige Kilometer Geländegewinn brachten.





Klessin wurde eingeschlossen, heftige Kämpfe tobten. In der Nacht vom 23. zum 24. März durchbrachen etwa 100 noch gehfähige Wehrmachtssoldaten mit Gewalt die Umklammerung und der Stützpunkt Klessin fiel in sowjetische Hand.  Podelzig, ein Kilometer westlich gelegen, wurde erst am 16. April 1945 von der Roten Armee eingenommen. An diesem Tag begann die Großoffensive auf die Seelower Höhen in Richtung Berlin. Dieser Angriff der Roten Armee wurde von Marschall G. K. Shukow aus dem vorgezogenen Gefechtsstand auf dem Reitweiner Sporn befehligt. Klessin wurde zu 100% zerstört und nicht wieder aufgebaut. Hunderte Soldaten beider Seiten kamen hier ums Leben. Die zurückkehrende Zivilbevölkerung fand ein unvorstellbares Chaos vor.




Trümmerfeld
Die Luftbildaufnahme zeigt das zerstörte Klessin am 7. April 1945
 (Quelle: Herder-Institut Marburg)


 


Der Wuhdener Heimatverein e.V. möchte mit dem Projekt „Kriegsschauplatz Schloss Klessin“ ein Zeichen des Erinnerns und Gedenkens setzen.


 

Den Gefallenen

Das sich hier zugetragene, unvorstellbare Leid macht es uns zur Aufgabe, den Gefallenen beider Seiten zu gedenken.